Aesthetica und Anaesthetica. Philosophische Überlegungen by Odo Marquard

By Odo Marquard

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Atlan-Zeitabenteuer: Atlan, Bd.9, Herrscher des Chaos

Könige und Kaiser, Kalifen und muslimische Heerführer - sie alle sind Herrscher des Chaos. In den Jahren zwischen 800 und 1200 nach Christi Geburt ringen sie um die Macht in den vom Krieg verwüsteten Ländern um das große Binnenmeer. Atlan, der zehntausend Jahre alte Arkonide, der später zum besten Freund Perry Rhodans wird, versucht Frieden zu stiften und entscheidende kulturelle Impulse zu geben.

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Begriffen als Wiederkehr des Verdrängten. ihrerseits zweierlei: Geltendmachen des unterdrückten Besseren oder milde Präsenz des schlimm-Regressiven. Sie ist Vorschein 71 des Heilen oder Abfang des Barbarischen 71 • Sie antizipien Glück oder domeruzien Aggressionen. Die einstmals schöne: jetzt bahnt sie an oder erspan. Sie ist temperiener Protest oder jene ",ilde Zur Bedeutung der Theorie des Unbewußten Narkose, in die uns die Kunst lIersetzt,73um Unenrägliches zu enragen. Erschließender Protest und ersparende Narkose: zuweilen ist das ununterscheid bar: wo wird Protest zur Ersparung?

Ihre Frage ist: wie kann eine nicht mehr von sich her schöne geschichtliche Wirklichkeit sich trotzdem in schöner Kunst absolut ausdrücken? Ihre Antwon ist: es muß etwas geben, das - wo Schönheit in der vorhandenen Welt nicht zu ftnden ist - Schönheit in die Wirklichkeit allererst hineinbringt: also ein Organ nicht zum Nachahmen, sondern speziell zum Überbieten der Wirklichkeit durch Kunst. Dieses Überbietungsorgan ist das Genie. Sein Übertreffen der Wirlliichkeil durch die KunJt J schreibt SchelJing, der als romantischer Gewährsmann legitimien ist schon durch Hegels Schellingkritik44 - vollbringt das Genie in BegeiItenmg, EnthuJilumuJ: 4 ) wie die Romantik insgesamt, so löst auch Schelling die Kunsttheorie aus der Tradition der Mimesis-Theorie und rekurrien dann folgerichtig auf die Tradition der Enthusiasmus-Theorie.

Damit wird etwas aktut, was bei Hegel angelegt, gewiß aber noch nicht ausdrücklich vorgesehen war: der Weg in die nichl mehr schöne Kunsl. All jene Untergänge, die real zu leben der Mensch scheuen muß, sucht er in künstlerische Unwirklichkeit zu übersetzen. Er konzentrien sich, gerade weil er es fürchtet, anistisch aufs Schlimme. Er versucht, sich seine Realisierung durch seine Thematisierung und durch die Weise seiner Thematisierung zu ersparen. Darum tritt alsbald neben die Ästhetik des Schönen die des Nicht-Schönen: die des Erhabenen, des Tragischen, des Komischen, des Ironischen, des Humoristischen, des Kauzigen, des Grausigen, des Häßli- Zur Bedeutung der Theorie des Unbewußten 43 chen, usw.

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